USFL Football For A Buck

USFL: Tiefe Taschen, große Egos und viel Chaos

Die USFL ist wieder da! Im Finale der Football-Liga schlagen die Birmingham Stallions die Philadelphia Stars und krönen sich zum USFL-Champion. Es ist nicht der erste Versuch der United States Football League, der NFL Konkurrenz zu machen. Das ging damals ganz schön in die Hose. Großen Anteil daran hat ausgerechnet Donald Trump.

Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Als Literatur-Quarterback lese ich auch – und zwar Bücher über American Football. Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Ich gehe als Literatur-Quarterback bei meinen Buchkritiken vier Reads durch und tauche dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „Football For A Buck“

  • Titel: „Football For A Buck – The Crazy Rise And Crazier Demise Of The USFL“
  • Autor: Jeff Pearlman
  • Seiten: 366
  • Jahr: 2018
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: HMH
  • Preis: 15,07€

Second Read: Darum geht es bei in diesem USFL-Buch

Football im Frühling? Eigentlich eine gute Idee! So will sich die USFL in den 80er Jahren als Konkurrenz zur NFL etablieren. Warum es schief geht, erklärt Autor Jeff Pearlman detailliert in seinem Buch. Auf acht Seiten finden sich in der gebundenen Ausgabe Farbfotos. Am Ende findet sich auch in Index – und ihr wisst ja, das ist bei mir ein Pluspunkt, da ich gerne mal Sachen nachschlage.

Third Read: Die USFL – ein echter Zirkus!

Als Leser erfährst du, dass die erste Idee einer Frühlings-Footballliga schon in den 60er Jahren aufkommt. In den 80ern suchen die USFL-Macher dann potenzielle Klubbesitzer – Leute mit „tiefen Taschen und großen Egos“. Die USFL führt die Two-Point-Conversion ein (die NFL übernimmt diese Regel erst Jahre später), Receiver müssen für einen „complete catch“ nur einen Fuß im Feld haben.

Matt Braswell, damals Center der Michigan Panthers: „Du bist damals entweder als Aushängeschild in die USFL gekommen oder als einer, der es in der NFL nicht gepackt. Ich gehörte in die zweite Kategorie.“ Generell läuft in der USFL alles recht chaotisch. Playbooks werden aus Zeitdruck in einer Nacht erstellt, die Kaderzusammenstellung ist so kurzfristig, dass Trainer Namenschilder auf die Helme kleben lassen, um zu wissen, wer wer ist.

Gleichzeitig bringt die Liga Stars wie Running Back Herschel Walker und Quarterback Steve Young hervor und macht auch sonst einiges richtig! Das Thema „Unterhaltung“ zum Beispiel, das bei den Tampa Bay Bandits mit Teil-Besitzer und Schauspieler Burt Reynolds groß geschrieben wird. So veranstaltet das Team in den Pausen zum Beispiel einen Miss Tampa Bay Bikini Wettbewerb (damals revolutionäres Football-Marketing). 1983 verkauft AJD (eine Hutfirma) mehr Bandit-Gear als alle anderen professionellen Sport-Teams in den USA außer den Dallas Cowboys und den damaligen Washington Redskins.

Mit dem Einstieg von Donald Trump geht die USFL allerdings den Bach runter. Wer die Geschichte noch nicht kennt: Achtung, Spoiler! Als Trump Besitzer der New Jersey Generals wird, drängt er die Liga dazu, nicht mehr im Frühling, sondern im Herbst/Winter zu spielen – wie die NFL. Teil der Strategie ist außerdem eine kartellrechtliche Klage gegen die NFL. Die USFL gewinnt zwar den Prozess, bekommt aber lediglich eine Summe von 3 (!) US-Dollar zugesprochen. Es ist das Ende der USFL.

Fourth Read: Fazit zum USFL-Buch „Football For A Buck“

Diese erste USFL war wirklich verrückt! Ich kannte die Liga zwar auf dem Papier, hatte mich vor diesem Buch aber nicht weiter mit diesem Konkurrenz-Versuch der NFL beschäftigt. „Football For A Buck“ liest sich locker weg, Pearlman liefert unfassbar viele Anekdoten und Funfacts.

Die Liga wurde ja inzwischen neu gestartet. 2022 war die erste Saison. Nur gut, dass Trump in der neuen USFL nichts mehr zu sagen hat…

Hinweis: Der Verlag hat mir kein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Foto: C. Höb