Julius Thomas, Tight End

Was Tight Ends im Football können müssen

Julius Thomas war sieben Jahre in der NFL. Jetzt hört er auf – und will einen Doktor in Psychologie machen. Thomas spielte Tight End. Eine anspruchsvolle Position.

Denver Broncos, Jacksonville Jaguars, Miami Dolphins: Das sind die NFL-Stationen von Julius Thomas, verteilt über sieben Jahre. Der Tight End wurde 2011 gedraftet, an 129. Stelle von den Broncos. Er fing Pässe von Quarterback-Legende Peyton Manning, 2013 und 2014 gehörte Thomas zu den besten Tight Ends der Liga.

In diesen beiden Jahren machte Thomas je zwölf Touchdowns. 2013 waren nur Jimmy Graham (16 TDs, damals noch New Orleans Saints) und Vernon Davis (13 TDs, damals noch San Francisco 49ers) besser. 2014 bildete Thomas mit Antonio Gates (San Diego Chargers) und Rob Gronkowski (New England Patriots) die Top 3, alle hatten je 12 Touchdowns.

Gates ist ein Ur-Gestein auf der Tight-End-Position. Eigentlich hatte er seine Karriere beendet, kehrte nun aber zu den Chargers zurück. Der Grund: Tight End Hunter Henry hat sich das Kreuzband gerissen. Gronkowski gehört zu den besten Tight Ends der Liga und ist ein Lieblingsziel von Patriots-Quarterback Tom Brady.

Gronk ist 1,98 Meter groß. Wiegt 120 Kilo. Gates ist 1,93 Meter groß. Wiegt 118 Kilo. Thomas ist 1,96 Meter groß. Wiegt 112 Kilo. Es sind typische Staturen für Tight Ends. Die Position ist anspruchsvoll. Ein Tight End stellt sich in die Offensive Line, um die schweren Gegenspieler aus der Defensive Line zu blocken – der klassische Job eines Lineman. Er wird aber auch als Passempfänger eingesetzt – wie ein Wide Receiver.

Tight Ends geben NFL-Offense neue Facetten

“Früher hatte ein Team einen Tight End, der blocken kann. Und einen, der fangen kann. Heute muss ein Tight End beides können”, sagt Pat Kirwan, früher Assistenztrainer bei den New York Jets und später im Front Office des Klubs. Der heutige NFL-Experte und -Analyst bezeichnet Tight Ends als “Game Changer”. Seiner Meinung nach geben Tight Ends einer Football-Offense “ganz neue Facetten”.

Tight Ends sind athletisch und schnell. Als Receiver sind sie im Duell Mann gegen Mann kaum zu stoppen. Defensive Backs sind zwar schneller, aber kleiner und leichter als Tight Ends. Kirwan: “Gronkowski kann gegen jeden Safety aufposten, rennt jedem Linebacker davon.”

Beispiele gefällig? Bitteschön:

Die Philadelphia Eagles (aktueller Super-Bowl-Sieger) zum Beispiel spielen auch mal mit zwei Tight Ends auf dem Feld. In der deutschen Football-Liga (GFL) wird öfter ohne Tight End gespielt, weil die Position so anspruchsvoll ist.

Thomas hat übrigens keinen Bock mehr auf seine Rolle als Tight End. Er hat seine NFL-Karriere beendet und macht einen Doktor in Psychologie. Er will die Auswirkungen von Football auf die Gehirne der Spieler untersuchen (z.B. CTE). Warum er das macht, habe ich in einem Artikel für Zeit Online beschrieben:

Titelfoto: “Julius Thomas” von Karen / Lizenz CC BY-NC-ND 2.0