Andre Iguodala Draymond Green Golden State Warriors

Ein kleines Gedankenspiel zu NBA Hangtime und aktuellen Spielern

Es ist mehr als 20 Jahre alt, aber eines meines Lieblings-Sportspiele auf dem Nintendo 64: NBA Hangtime. Bei diesem Basketball-Videospiel gilt das Prinzip “Zwei gegen Zwei”. Wenn es eine Neuauflage des Spiels geben würde – welche zwei NBA-Spieler pro Team würde ich aufstellen? Bei manchen Teams gar nicht so einfach.

“Boooomshakalaka”, “Nothing but net” oder “With the rainbow” – wer NBA Hangtime gespielt hat, hat sofort den Kommentator im Ohr. Das Videospiel erschien 1996, der Modus unterschied sich allerdings von den normalen Basketball-Regeln. Fouls waren erlaubt und es waren wirklich abgefahrene (und unrealistische) Dunkings möglich – wie auch schon beim Vorgänger (und Nachfolger) NBA Jam.

NBA Hangtime war mehr ein Streetball-Videospiel, anstatt Fünf gegen Fünf spielte man Zwei gegen Zwei. Ich musste also immer zwei Spieler aussuchen, mit denen ich das Spiel bestritt. Was wäre, wenn es eine aktuelle Version von NBA Hangtime geben würde? Welche Spieler würde ich dann aussuchen? Ich habe mir ein paar NBA-Teams ausgesucht und mir meine Gedanken dazu gemacht:

Atlanta Hawks: Dennis Schröder und… Resterampe

Die erste Wahl ist logisch: Dennis Schröder. Der Deutsche ist derzeit der beste Spieler des Teams, mehr als 20 Punkte und knapp sieben Assists legt der Pointguard in dieser Saison bisher auf. Das Problem ergibt sich beim zweiten Pick: Atlanta gehört zu den schlechtesten Mannschaften der amerikanischen Profi-Liga, kein Spieler drängt sich auf. Aber ein Big Man wäre noch gut. Nach zehn Minuten grübeln kann ich mich weder für John Collins noch für Dewayne Dedmon entscheiden. Also werfe ich eine Münze… es wird Dedmon. Bin froh, dass es nur eine theoretische Wahl ist und ich nicht tatsächlich mit Schröder/Dedmon antreten muss. Die CPU würde mich aus der Halle fegen.

Boston Celtics: Kyrie Irving und Al Horford

Eine einfache Wahl: Aufbauspieler Kyrie Ivring bringt Scoring und Schnelligkeit mit, er gehört zu den besten Pointguards der NBA. Al Horford  bringt Größe mit (2,08 Meter) und ist eine Allzweckwaffe.

Cleveland Cavaliers: LeBron James und vieeeeeeeel Auswahl

Wer mit den Cavaliers gewinnen will, muss LeBron James aufstellen. Würde ich bei “NBA Hangtime 2018” auch machen. James kann in der Zone und auch hinter der Dreierlinie punkten, mit ihm lässt sich außerdem jeder Gegenspieler verteidigen. Beim zweiten Spieler ist die Auswahl groß: Dwyane Wade (gute Offense, keine Defense), Isaiah Thomas (noch mehr Offense, aber noch weniger Defense) oder auch Kevin Love (Big Man, der auch Dreier verwandelt). Wen ich nehme, würde wahrscheinlich vom Gegner abhängen – im Zweifel aber wohl Thomas.

So sah LeBron James übrigens in NBA Jam 2010 aus:

Golden State Warriors: Steph Curry und Durant…? Nein!

Mit Steph Curry als Pointguard und Kevin Durant als größerem Spieler würde ich bei Hangtime 2018 wohl jedes Teams schlagen können. Diese Kombination ist mir aber zu einfach. Darum würde ich das Duo Draymond Green und Andre Iguodala aufstellen und sehen, wie weit ich komme. Sind zwar nicht so überragend wie Durant und Curry, aber immer noch sehr gute und vielseitige Spieler.

Dallas Mavericks: Sorry, Dirk Nowiztki ist raus

Es bricht mir das Herz, aber ich würde bei Hangtime 2018 Dirk Nowitzki nicht aufstellen. Der bisher beste Deutsche in der Geschichte der NBA ist inzwischen zu alt. Wer Hangtime gespielt hat, weiß, dass das von der CPU gesteuerte gegnerische Team schwer zu schlagen ist. Da kann ich keinen alten Mann brauchen, der in der Verteidigung nicht einmal eine Keksdose verteidigen kann. In dieser Saison gefallen mir bei den Mavericks bisher Harrison Barnes und Rookie Dennis Smith Jr. sehr gut – ich würde es mit denen probieren.

Ja, ich weiß. Mit den beiden habe ich zwar Scoring, aber in der Verteidigung Probleme gegen größere Gegner. Aber wie gesagt: Keksdose!

Zu meiner Verteidigung: In NBA Jam 2010 hab ich noch mit Nowitzki gezockt:

Houston Rockets und Los Angeles Clippers: Ich wage ein Experiment

Bei diesen Teams würde ich jeweils ganz klassisch die beiden besten Spieler aussuchen: Bei den Rockets wären das James Harden und Chris Paul, bei den Clippers Blake Griffin und DeAndre Jordan. Die Folge: mit Harden und Paul hätte ich zwei Guards, wäre also relativ klein aufgestellt. Viel Speed, viel Scoring, wenig Rim-Protection. Mit Griffin und Jordan wiederum hätte ich zwei Spieler, die beide etwa 2,10 Meter groß sind – also viele Punkte in der Zone und Rim-Protection, aber wenig Geschwindigkeit. Das wäre doch mal ein witziges Experiment.

San Antonio Spurs? Niemals!

Seid ihr irre? Ich spiele doch nicht mit den Spurs. Sie sind aus meiner Sicht die größten Rivalen der Mavericks… die texanischen Derbys hatten bis vor ein paar Jahren, als die Dallas Mavericks und Nowitzki noch besser waren, einiges an Brisanz. Als Mavs-Fan zocke ich niemals mit den Spurs. Niemals.

Einzige Ausnahme: Wenn ich damit den Weltuntergang abwenden könnte, würde ich auch mit den Spurs zocken – und zwar mit Kawhi Leonard, der ähnlich wie LeBron James ein Top-Allrounder ist, und Pau Gasol. Warum der Spanier und nicht LaMarcus Aldridge? Ist eine Bauchentscheidung.

Oklahoma City Thunder: Westbrook und eine Überraschung

Eigentlich kann ich mir ganz leicht aus den “Big Three” der Thunder zwei aussuchen: Mister Triple-Double Russell Westbrook ist meine erste Wahl. Paul George und Carmelo Anthony würde ich aber auf der Bank sitzen lassen und einen anderen Spieler aufstellen: Steven Adams. Mit 2,13 Meter eine gute Ergänzung zu Westbrook (1,90 Meter). Der Neuseeländer erzielt derzeit pro Spiel fast 14 Punkte und holt fast neun Rebounds – fünf davon offensiv! Bockstark, darum bekommt er den Vorzug.

Titelfoto: “Andre Iguodala, Kris Humphries” von Keith Allison, Lizenz: CC BY-SA 2.0