Kobe Bryant, Los Angeles Lakers (li.)

Ein später Biss der Mamba

Er gehört zu den Spielern, dessen NBA-Karriere ich fast komplett mitverfolgen konnte: Kobe Bryant. Zweifellos ein genialer Spieler, aber auch umstritten.

Die Schwarze Mamba gehört zu den gefährlichsten Giftschlangen Afrikas. Ihr Biss führt zum Tod – auch für Menschen, wenn nicht innerhalb von Minuten lebensrettende Maßnahmen durchgeführt werden. Kobe Bryant biss seine Mitspieler. Nicht mit den Zähnen, sondern mit schwierigen Würfen, die er verwandelte – gerne auch mal in den entscheidenden Sekunden eines Spiels. 

Zu fünf Titeln führte der ehrgeizige Spieler die Los Angeles Lakers in der NBA. Bryant war definitiv ein begnadeter Offensivspieler, er selbst verglich sich ständig mit Michael Jordan von den Chicago Bulls – für viele der beste Spieler aller Zeiten. Ich finde den Vergleich schwierig. Zu Jordans besten Zeiten wurde ein anderer Basketball gespielt, ich persönlich vergleiche lieber Spieler innerhalb einer Generation. Und da gehörte Kobe definitiv zu den Besten.

Kobe Bryant und Michael Jordan im Vergleich

  • NBA-Championships: Kobe 5 / Jordan 6
  • Karrierepunkte: 33.643 / 32.292
  • meiste Punkte in einem Spiel: 81 / 69
  • MVP-Titel (reguläre Saison): 1 / 5
  • Finals-MVP: 2 / 6
  • All-Star-Nominierungen: 18 / 14
  • All-Star-MVP: 4 / 3
  • Scoring-Titles: 2 / 6

Bryant war aber umstritten. Abseits des Feldes war er mit einem Vergewaltigungsvorwurf konfrontiert, auf dem Feld galt er als “untrainierbar” (Ex-Lakers-Coach Phil Jackson) und Ego-Zocker.

Kobe Bryant hat mich immer fasziniert, kürzlich habe ich für “Zeit Online” ein Portrait über ihn geschrieben. Im ewigen Vergleich mit Jordan gelang ihm jetzt noch ein später Sieg, obwohl auch Bryant inzwischen seine Karriere beendet hat. Ein letzter Biss der Mamba eben.

Was damit gemeint ist? Das erfahrt ihr im Artikel “Kobe Bryant – ein letzter Sieg”. 

Titelfoto: “Kobe Bryant, Paul Pierce” von Keith Allison, Lizenz CC BY SA 2.0