Eishockey DEL

Eishockey-Goali Leggio: Unfassbar unfair – aber kaum bestraft

Alle Sportarten werben für Fairplay und betonen immer wieder, wie wichtig dieser Aspekt sei. Ein Torwart aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat darauf gepfiffen. Das Schlimme: Die Strafe bringt ihm sogar noch einen Vorteil.

Es steht 1:1 im Duell zwischen München und Bremerhaven, als Bremerhaven den Puck erobert. Einer der Spieler stürmt nach vorn, nur noch der gegnerische Torwart steht zwischen ihm und der Führung. Und was macht der Münchner Goalie David Leggio? Er schubst sein Tor aus der Verankerung nach hinten, bevor der Angreifer schießt. Zwar landet der Puck im Netz, aber das Tor zählt für Bremerhaven nicht. Stattdessen gibt es einen Penalty.

Dass der “Tor-Schubser” mit einem Penalty geahndet wird, entspricht den Regeln. Aber mit Respekt gegenüber dem Gegner und Fairplay hat das nichts zu tun. Leggio nutzt diese Regel aus, um einen Penalty zu erzwingen. Wer sich mit Eishockey auskennt, weiß, dass die Chancen, einen Penalty zu verwandeln, viel geringer sind als zum Beispiel bei einem Elfmeter im Fußball. Außerdem gibt es beim Penalty keine Nachschuss-Möglichkeit.

Wer sich nun fragt: Warum ist das Tor beim Eishockey nicht fest verankert? Das wird nicht gemacht, um das Verletzungsrisiko zu verringern.

Deutsche Eishockey Liga muss reagieren

Leggio hat den “Tor-Schubser” schon 2014 gebracht, in der nordamerikanischen AHL. Damals stürmten zwei gegnerische Spieler alleine auf ihn zu. Die Liga änderte nach seiner Aktion das Regelwerk – es gibt nun zusätzlich zum Penalty eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Im Sinne von Fairplay muss auch die DEL die Bestrafung anpassen.

Die Fishtown Pinguins Bremerhaven verschossen den Penalty übrigens und verloren das Spiel 2:5.

Titelfoto: Pixabay