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Die Probleme der US-Sportligen in Deutschland

American Football, Baseball, Basketball und Eishockey: Die amerikanischen Sportligen gehören zu den besten der Welt. Doch in Deutschland begeistern sie kein Massenpublikum. Woran liegt das?

Wer es als Sportler in die NFL, NBA, NHL oder MLB schafft, gehört zu den besten Athleten der Welt. Folglich ist das Niveau in diesen Ligen sehr hoch – was wiederum toll für die Fans ist. Ich selbst verfolge zum Beispiel intensiv NFL und NBA und habe auch Verwandte, Freunde und Bekannte, die sich für US-Sportligen interessieren.

Deutsche Sportler gibt es einige in den US-Ligen, sie sind zum Teil sehr erfolgreich: Dirk Nowitzki hat in der NBA eine Meisterschaft gewonnen, Tom Kühnhackl holte mit den Pittsburgh Penguins den Stanley Cup in der NHL – um mal zwei Beispiele zu nennen. An ihnen liegt es nicht, dass die amerikanischen Ligen für deutsche Fans nicht massentauglich sind.

Aber woran dann? Hier meine wichtigsten Aspekte:

1. Zeitverschiebung

Aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und den USA sind Live-Übertragungen für deutsche Fans wenig attraktiv. Wer steht schon nachts um drei auf, um sich ein Spiel der regulären Saison anzusehen? Vor allem Berufstätige tun sich da schwer.

2. Modus und Regelwerk

Jedes NBA-Team bestreitet in der regulären Saison 82 Partien. Ein einzelnes Spiel in diesem Zeitraum spielt kaum eine Rolle – warum soll ich da nachts aufstehen? In der MLB ist es noch krasser: Dort steht jede Mannschaft 162 Mal während der Saison auf dem Platz (die Spiele um die Meisterschaft sind da nicht mit drin).

Baseball ist für Deutsche sowieso eine… sagen wir mal, spezielles Sportart. Die reine Spielzeit ist gefühlt sehr gering, viele empfinden Baseball als langweilig und verstehen das Regelwerk nicht. Diese Punkte treffen auch auf American Football zu.

3. Deutsche Ligen holen auf

Basketball, Eishockey, Baseball, Football – das wird auch in Deutschland gespielt. Zugegeben: Während BBL und DEL auf Profi-Niveau agieren, gehören die Baseball-Bundeliga und die GFL in den Amateursportbereich.

Der entscheidende Punkt ist: Als deutscher Fan unterstützt man eher ein lokales Team, das man auch mal vor Ort im Stadion oder der Arena sehen kann. Eine Live-Übertragung kann mit der Atmosphäre vor Ort nicht mithalten.

Außerdem holen die deutschen Sportligen auf, was die Vermarktung angeht. So überträgt zum Beispiel die Telekom BBL und DEL (Abo), Baseball-Bundesliga und GFL sind zum Teil im Internet über Streams zu empfangen (Radio und Video).

4. Fußball überlagert alles

Diesen Grund habt ihr vermutlich schon geahnt. Deutsche Sender und Medien berichten immer noch zum Großteil über “König Fußball”. Fernsehsender zeigen lieber einen Grottenkick der dritten Liga als das Finale des BBL-Pokals. Warum? Weil es der Nachfrage entspricht. Deutschland ist (leider) eine Fußball-Nation.

Foto: Ichiro Suzuki, Matt Wieters von Keith Allison, Lizenz CC BY-SA 2.0