Gunslinger Brett Favre

„Er brach mir den Finger“: Die Legende von Brett Favres hartem Wurf

Brett Favre ist einer der größten NFL-Quarterbacks aller Zeiten. Sein Leben und seine Karriere? Bunt und skandalreich. Und keiner könnte dieses Leben besser in ein Buch packen als Autor Jeff Pearlman.

Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Als Literatur-Quarterback lese ich auch – und zwar Bücher über American Football. Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Ich gehe als Literatur-Quarterback bei meinen Buchkritiken vier Reads durch und tauche dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „Brett Favre – Gunslinger“

  • Titel: Brett Favre – Gunslinger
  • Autor: Jeff Pearlman
  • Seiten: 432
  • Jahr: 2016
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: Mariner Books
  • Preis: 16,25€

Second Read: Darum geht es bei „Brett Favre – Gunslinger“

Um das Leben von NFL-Quarterback- und Green-Bay-Packers-Legende Brett Favre! Pearlman legt dabei wie gewohnt nicht nur den Fokus auf die sportlichen, sondern auch die privaten Aspekte und Skandale. Der Autor geht dabei chronologisch vor. Im Taschenbuch finden sich auf sechzehn Seiten Schwarzweiß-Bilder aus Favres Karriere. Am Ende des Werkes findet sich ein Index, falls der Leser später noch einmal etwas nachschlagen möchte.

Third Read: Ein widerliches Getränk und ein Monster-Arm

Pearlman taucht tief in das Leben von Favre ein, beleuchtet Licht- und Schattenseiten. Hier einige Beispiele:

Favre mixt er als Neunjähriger einen Drink aus Tabak, Kuhdung, Worcestershiresauce und eigenem Urin und zwingt seinen damals vier Jahre jüngeren Bruder, es zu trinken. Echt eklig! Favre füttert außerdem mehrfach Alligatoren mit Oreo-Cookies und Brot. Eines morgens liegen die Alligatoren dann auf der Terrasse, auf das nächste Mahl hoffend – Favres Vater muss die Tiere erschießen.

Favres harter Wurf ist legendär. Es beginnt schon am College. Receiver Stephen Hills: „Er wollte alle beeindrucken. Wir trainierten 5-Yard-Out-Pässe. Ich brach mir den Finger. Dann brach er einen Finger von Receiver Darryl Tillman.“

Favre muss bei einem Workout für einen NFL-Scout kotzen, weil er am Abend zuvor zu viel Bier getrunken hat und stirbt fast bei einem Autounfall. Und das alles vor seiner NFL-Zeit! Die ist bekanntermaßen geprägt von Rekord-Statistiken, einem Super-Bowl-Sieg und der Rivalität mit Aaron Rodgers (der begrüßt ihn beim ersten Treffen mit „Guten Morgan, Opa!“), aber auch von einer Vicodin-Abhängigkeit, einem Entzug und dem Skandal-Wechsel zum Divisons-Rivalen Minnesota Vikings.

Fourth Read: Fazit zu „Brett Favre – Gunslinger“

Wer auf meinem Blog unterwegs ist, weiß: Bei Jeff Pearlman bin ich weniger kritisch als bei anderen Büchern. Einfach, weil er so gut schreibt und so gut recherchiert. Favre ist ein Superstar und man denkt, man hat schon (fast alles) über ihn gelesen oder gehört. Aber Pearlman überzeugt einen mal wieder vom Gegenteil! Absolut lesenswert.

Hinweis: Der Verlag hat mir kein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Foto: C. Höb