„Boys Will Be Boys“: Cowboys suchten sich Flugbegleiterinnen aus dem Katalog aus

Sie sind „America’s Team“ und selbst wer die NFL nicht verfolgt, hat vermutlich schon einmal von den Dallas Cowboys gehört. In den 90ern feierte das Team drei Super-Bowl-Siege. Wie verrückt es dabei zuging, schildert Jeff Perarlman in seinem Buch „Boys Will Be Boys“.

Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Als Literatur-Quarterback lese ich auch – und zwar Bücher über American Football. Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Ich gehe als Literatur-Quarterback bei meinen Buchkritiken vier Reads durch und tauche dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „Boys Will Be Boys“

  • Titel: Boys Will Be Boys – The Glory Days And Party Nights Of The Dallas Cowboys Dynasty
  • Autor: Jeff Pearlman
  • Seiten: 406
  • Jahr: 2008
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: Harper
  • Preis: 15,90 €

Second Read: Darum geht es

Der Autor beschreibt die erfolgreichen und wilden Jahre der Dallas Cowboys und deckt dabei zahlreiche Skandale auf. In der Mitte des Buches gibt es auf acht Seiten Farbfotos aus dieser Zeit. Am Ende von „Boys Will Be Boys“ findet sich nicht nur eine ausführliche Auflistung der Quellen, sondern auch ein Register (falls man später etwas nachschlagen möchte).

Third Read: Kohle, Koks und Football

Der Untertitel des Buches trifft’s, die Dallas Cowboys ließen es richtig krachen. Ray Horton (lange Zeit Safety bei den Cowboys) erzählt: „Wir hatten unsere Position Meetings im Stripclub.“

Laut Pearlman konnten sich die Cowboys damals ihre Flugbegleiterinnen bei American Airlines aussuchen. Voraussetzung: Lange Beine, große Oberweite und Single. Es gab einen Katalog, sortiert nach rothaarigen, braunhaarigen und blonden Frauen. Absolut widerlich, diese Praxis.

Mittendrin im Team Stars wie Quarterback Troy Aikman, Running Back Emmitt Smith und Receiver Michael Irving. Viele Egos, die für Spannungen sorgten! Deion Sanders muss besonders schlimm gewesen sein. Und trotzdem waren die Cowboys erfolgreich, holten in den 90ern dreimal den Super Bowl.

Fourth Read: Für wen ist „Boys Will Be Boys“ geeignet?

Junge, Junge, musste ich beim Lesen oft Lachen! Und mit dem Kopf schütteln. Die 90er waren wirklich verrückt bei den Dallas Cowboys. Als einer, der die NFL damals noch nicht verfolgt hat, ist das Buch wie eine Zeitreise. Ich muss zugeben: Jeff Pearlman gehört zu meinen Lieblings-Autoren, er recherchiert top und schreibt richtig gut. So wirklich objektiv bin ich bei seinen Büchern nicht, weil sie mir so gut gefallen.

Hinweis: Der Verlag hat mir kein Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt.

Foto: C. Höb