Literatur-Quarterback: „Belichick“ lohnt sich nicht nur für Patriots-Fans

Ein Quarterback muss eine Defense lesen. Als Literatur-Quarterback lese ich auch – und zwar Bücher über American Football. Ich stelle dir auf meinem Blog regelmäßig Football-Bücher vor. Heute: „Belichick“ von Ian O’Connor.

Ein Quarterback hat bei gewissen Plays mehrere Reads – also Optionen, was er mit dem Football tun kann. Ich gehe als Literatur-Quarterback bei meinen Buchkritiken vier Reads durch und tauche dabei immer tiefer ein.

First Read: Die Daten zu „Belichick“

  • Titel: Belichick
  • Autor: Ian O’Connor
  • Seiten: 492
  • Jahr: 2018
  • Sprache: Englisch
  • Verlag: HMH
  • Preis: 14,95€ als Taschenbuch

Second Read: Darum geht es bei „Belichick“

Eine Biografie über einen der erfolgreichsten aber auch umstrittensten NFL-Trainer aller Zeiten: Bill Belichick von den New England Patriots. Das Buch will sowohl den Menschen als auch den Trainer Bill Belichick porträtieren. In der Mitte des Buches finden sich auf acht Seiten Schwarz-Weiß-Fotos aus Belichicks Karriere.

Third Read: Am Anfang verdiente Belichick 25 Dollar die Woche

Das Buch blickt in die Vergangenheit und beschreibt zum Beispiel, welches die Problem-Fächer für den Schüler Bill Belichick waren und welchen Einfluss eine Eltern hatten. Natürlich wird auch der Weg in die NFL nachgezeichnet, der mit einem Praktikum bei den Colts begann (Belichick verdiente zunächst 25 Dollar pro Woche).

Kein kritisches Kapitel wird ausgelassen, wie zum Beispiel Deflate Gate oder Spygate. Themen, von denen ich dachte: da bin ich gut informiert. Aber O’Conner schafft es, selbst bei diesen Themen zahlreiche mir unbekannte Details zu liefern. Das gilt auch für seine Beziehung zu Tom Brady.

Belichick wirkt nach außen oft streng. Kein Wunder, wenn er zum Beispiel bei den Pressekonferenez ständig so mürrisch auftritt. Aber wer hätte gedacht, dass er super gut mit Kindern kann? Dass er sehr großzügig ist, was Geschenke angeht?

Fourth Read: Für wen ist „Belichik“ geeignet?

Der NFL-Coach hat mit dem Autoren keinen einzigen Satz für das Buch gewechselt. Trotzdem (oder vielleicht gerade deswegen) gelingt Ian O’Conner ein tiefer Einblick in die Persönlichkeit von Belichick.

Wie er das macht? Er spricht mit zahlreichen Zeitzeugen, Freunden und anonymen Quellen und zeichnet so ein starkes Profil über Belichik. Selbst NFL-Fans, die schon länger dabei sind, erfahren zahlreiche Neuigkeiten. Darum lohnt sich „Belichik“ nicht nur für Patriots-Fans.

Hinweis: Mir wurde für diese Rezension kein Exemplar zur Verfügung gestellt.

Titelfoto: C. Höb